Hakennasennatter/Heterodon nasicus

 

Heterodon nasicus gehört zur Familie der Nattern (Colubridae). Sie kommen in freier Wildbahn von Südkanada über mittel Amerika bis in den Norden von Mexiko vor. Durch das große Verbreitungsgebiet, werden Heterodon nasicus als sehr anpassungsfähig beschrieben, was Temperatur und Habitat angeht. Sie wurde sowohl in steppenartiger Umgebung sowie auch in Wäldern, offenen Feldern, Prärie als auch in sumpfigen Gebieten gesichtet.

Männliche Tiere der Heterodon nasicus bleiben deutlich kleiner und schlanker als weibliche Tiere. Hierbei sind Männchen schon mit 50-60cm ausgewachsen. Weibliche Exemplare werden in den meisten Fällen zirka 80 cm groß, wobei auch schon Exemplare von einer Gesamtlänge von 95cm beschrieben worden sind.

Heterodon nasicus sind ruhige, eher scheue Tiere mit einem ausgeprägten Verteidugungsverhalten. Fühlen sie sich bedroht, so spreizen sie ihren Hals auf (ähnliches Verhalten wie einer Cobra), blähen sich auf und geben ein lautes „zische“ Geräusche von sich. Fühlt sie sich dann noch weiterhin bedroht, so führt sie mehrere Scheinbisse durch. Hat dies nicht an das Ziel geführt, so drehen sie sich auf den Rücken, strecken den Mund auf und lassen ihre Zunge heraushängen, als wären sie Tod. Außerdem können sie ihre Rachenmuskulatur so stark anspannen, dass es zu Blutungen in ihrem Maul kommt und somit auch noch Blut aus dem Maul austritt. Hinzu kommt das ausstoßen eines übelriechenden Analsekrets.

Durch dieses spannende Mechanismus der Heterodon nasicus sind sie wahre Überlebens Künstler und können sich gut gegen Fressfeinde wehren.

     

Heterodon nasicus besitzt sogeannte „Giftzähne“ die nicht wie bei Giftschlangen im vorderen Raum den Mauls, sondern ganz hinten im Maul der Tiere zu finden sind (opistoglyphe). Aus diesem Grund gehören Heterodon nasicus zu den Trugnattern. Die zwei „Giftzähne“ befinden sich ganz hinten im Maul der Tiere und werden beim Öffnen des Mauls aufgestellt. Bei der Futteraufnahme wird ein Sekret in die Beute einmassiert. Die genaue Zusammensetzung des Sekretes, welches die Tiere über die „Giftzähne“ einmassieren ist sehr umstritten. Man geht von zahlreichen Enzymen aus, die den Tieren helfen sollen die Beute besser zu verdauen.

Dabei ist hervorzuheben, dass dieses Sekret für ein Menschen nicht tödlich ist. Es ist mit dem Gift einer Wespe oder einer Biene zu vergleichen. So kann es zu einer Schwellung der Bisstselle kommen. In ganz seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen und deren ggf. Lebensbedrohlichen Folgen (Anaphylaktischer Schock). Bemerkt die gebissenen Person nach einer Zeit Schwindel, Atembeschwerden oder Kaltschweißigkeit sollte diese sich ruhig verhalten, unmittelbar ein Notruf absetzen und die Schocklagerung (Flach liegen, Beine nach oben) einnehmen. Die Behandlung dieser Patienten erfolgt nur symptomatisch, da es kein Gegengift gibt, welches den Patienten verabreicht werden kann.

Außerdem müssen die Tiere sich erst richtig festbeißen, bevor sie das Sekret in das Gewebe einmassieren können. Somit kommt es bei einem Biss sehr selten dazu, dass das Gewebe von den „Giftzähnen“ getroffen wird.


Der Terrarium sollte mit einem trockenen Bodensubstrat zirka 10cm hoch gefüllt werden. Dies bietet den Tieren die Möglichkeit zu buddeln und sich zu vergraben. Hierfür eignen sich gut Sand-/Erdgemisch oder Holzspäne. Die Temperatur im Terrarium sollte an der kühlsten Stelle 25  und an der wärmsten Stelle 30 betragen. Nachts ist eine Temperatur von 18-20 ausreichend. Die Luftfeuchtigkeit sollte 40-50% betragen. Das Terrarium sollte zusätzlich mit einer Wetbox (Versteck mit feuchtem Substrat, z.B. Moos) ausgerüstet werden, wo die Tiere sich z.B. während der Häutung aufhalten können.

In freier Wildbahn ernähren sich Heterodon nasicus von Amphibien, kleinen Reptilien sowie Kleinsäuger. In der Terrarien Haltung wird bei diesen Tieren in den meisten Fällen auf Kleinsäuger wie z.B. Mäuse in entsprechender Größe zurückgegriffen. Wir füttern zirka alle 7 Tage aufgetaute Mäuse in entsprechender Größe, die gut von den Tieren angenommen werden.


Vor der Anschaffung dieser Tiere, sollte man sich darüber informieren ob man eine besondere Genehmigung zur Haltung dieser Tiere braucht. Beispielsweise ist dies in Luxemburg nötig.